Krebsvorsorge

Krebsvorsorge

Werden Krebserkrankungen frühzeitig erkannt und rechtzeitig behandelt, bestehen oftmals gute bis sehr gute Heilungsaussichten. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ein umfangreiches Programm zur Krebsfrüherkennung an. Frauen mit bekannter erblicher Vorbelastung werden besondere Maßnahmen zur Früherkennung bestimmter Krebserkrankungen empfohlen.

Die gynäkologische Vorsorge unterscheidet verschiedene Altersklassen und damit verbunden auch den Umfang der Untersuchung. Ab voraussichtlich 2019 wird eine Änderung der bisher bekannten Krebsvorsorge der Frau eingeführt, die wir bereits unter der Rubrik „Aktuelles“ erläutert haben.

Bisher gilt folgende gesetzliche Regelung:

  • Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren haben einmal jährlich Anspruch auf die Krebsvorsorge mit Untersuchung und Inspektion des Genitalbereiches sowie Gebärmutterhalsabstrich (PAP-Abstrich).
  • Ab dem 30. Lebensjahr wird zusätzlich zur Genitaluntersuchung und Abstrich eine Inspektion und Tastuntersuchung der Brust durchgeführt
  • Ab dem 50. Geburtstag wird die gynäkologische Vorsorge ergänzt um eine Tastuntersuchung des Enddarmes sowie eine jährliche Darmkrebsvorsorge mittels Stuhltest (iFOB).
  • Ab dem 55. Geburtstag haben Sie zusätzlich zur gynäkologischen Vorsorge Anspruch auch eine diagnostische Vorsorge-Darmspiegelung (Coloskopie). Sie benötigen hierfür keine Überweisung.
  • Wenn Sie auf die Coloskopie verzichten möchten oder die letzte Untersuchung mehr als 10 Jahre her ist, haben Sie Anspruch auf einen Stuhltest (iFOB) alle zwei Jahre.

Bei jeder gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchung wird der Blutdruck gemessen.

Hinsichtlich der Darmkrebsfrüherkennung gibt es eine erfreuliche Neuerung zum 1.4.2017:
Der bisherige Gujak-Test (bekannt z.B. als Haemoccult-Testbriefchen) zur Untersuchung auf Blutspuren im Darm wird abgelöst durch den besseren immunologischen Stuhltest (iFOB), welcher bisher nur als Selbstzahlerleistung angeboten werden konnte. Vorteilhaft ist auch, dass nur eine Stuhlprobe für den Test notwendig ist.
Sie sollten den iFOB-Test innerhalb von 24 Stunden nach der Probengewinnung in unserer Praxis abgeben, damit wir diesen zur Auswertung ins Labor senden können.

Ein freiwilliges Angebot (Wunschleistung) zur Blasenkrebs-Vorsorge ist der sog. BTA-stat oder BladderCheck, welcher keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen ist. Für diesen Tumormarker-Test benötigen wir optimalerweise Ihren Morgenurin.
Empfehlenswert ist eine Blasenkrebsvorsorge für z.B. Raucher, Frisöre, bei familiärer Belastung oder Personen, die in der Farb- und Gummiverarbeitung tätig sind.