Januar 2020

Geänderte KREBSVORSORGE ab 1.1.2020


SEHR GEEHRTE PATIENTIN,

am 16.9.2016 wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA*) eine Änderung der Ihnen bisher bekannten Krebsvorsorge der Frau beschlossen.
Anfang 2020 werden Sie eine schriftliche Information durch Ihre Krankenkasse zu diesem Thema erhalten. Überdies bekommen Sie jetzt alle fünf Jahre eine Einladung zu weiteren Screening-Untersuchungen (z.B. Mammografie-Screening, Darmkrebsvorsorge).

NEU: Frauen ab einem Alter von 35 Jahren haben zukünftig weiterhin jährlich eine Krebsvorsorge. Für Sie ist dies die erste Untersuchung im Jahr bei uns. Diese beinhaltet zukünftig die Tastuntersuchung und Inspektion der Brust und des Genitalbereiches.
Der sehr wichtige PAP-Abstrich (= Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge) wird für Frauen ≥ 35 Jahre nur noch jedes dritte Jahr von der Krankenkasse übernommen! Sie erhalten gleichzeitig auch einen Test auf genitale Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV-Test) als sogenanntes „Co-Testing“. Zunächst soll das Zervixcarcinom-Screening für die Dauer von mindestens sechs Jahren in der geänderten Form erfolgen. Danach findet eine Auswertung statt, die über den weiteren Verlauf entscheiden wird.
Selbstverständlich bieten wir Ihnen weiterhin die Möglichkeit den hoch effektiven zytologischen Abstrich jährlich als Wunschleistung in Anspruch zu nehmen.

WICHTIG: Die seit 1972 in Deutschland bewährte bisherige Form der Krebsfrüherkennung der Frau (Inspektion, Tastuntersuchung von Brust, Genitalbereich + PAP-Abstrich) hat u.a. zur Reduktion des sogenannten Zervixcarcinoms (= Gebärmutterhalskrebs) um mehr als 70% geführt. Diesen Erfolg kann kaum ein anderes Land der Welt nachweisen. Zudem werden durch diese Methode Tausende von anderen Carcinomen (z.B. Vulva, Vagina, Gebärmutterkörper) „nebenbei“ gefunden.
Es ist erwiesen, dass die Mehrheit der in den letzten Jahren an Gebärmutterhalskrebs erkrankten Frauen nicht oder nur unregelmäßig an der Vorsorge teilgenommen hat.
Eine regelmäßige Teilnahme ist auch für Frauen im höheren Alter wichtig, denn fast 40% aller Erkrankungen treten bei Frauen über 60 Jahren auf.

Der HPV-Test wird von verschiedenen Anbietern der Pharmaindustrie auf den Markt gebracht. Auch bei HPV-geimpften Frauen kann der Test „positiv“ ausfallen, da die Impfstoffe nur zwei bzw. sieben der ca. vierzig bekannten kanzerogenen (=krebsverantwortlichen) HPV-Typen enthalten.
Der HPV-Test klärt nur das Vorhandensein dieser Viren, die allerdings bei jeder zweiten Frau unter 30 Jahren nachweisbar sind, und was in 90% der Fälle völlig harmlos ist. Nur bei einem Bruchteil dieser Frauen liegt tatsächlich eine (Gebärmutterhals-)Krebserkrankung oder ein Frühstadium mit Zellveränderungen vor.

Für Frauen zwischen 20 Jahren und 34 Jahren bleibt die bisherige Krebsfrüherkennung mit jährlichem Abstrich unverändert bestehen. Aber mit Sicherheit nur, wenn auch jeder daran teilnimmt!
Denn je weniger Frauen die jährliche Krebsvorsorge wahrnehmen, desto weniger sehen die Krankenkassen und andere Gremien die Notwendigkeit eine Leistung für Sie zu bezahlen!

Weitere Informationen werden Sie im Verlauf auch auf der Homepage des Berufsverbandes der Frauenärzte unter www.bvf.de und unter der Homepage www.frauenaerzte-im-netz.de finden.

Ihr PraxisTeam der Praxis für Frauensachen im Taunus

* Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): oberstes Beschlussgremium, welches die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in einem Leistungskatalog bestimmt. Rechtsgrundlage für die Arbeit des G-BA ist das Fünfte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB V).